Yoga und Rad

Radfahrspezifisches Yoga, gibt es so was? Wenn ja was bringt’s? Yoga reinigt Körper und Seele. Yoga ist für alle die es machen Entspannung und Training zugleich, ein besonderes Körperbewusstsein bildet sich aus.

Die Schlüsselstellen einer jeden Sportart können mittels Yoga trainiert und gekräftigt werden. Der Fokus an Übungen konzentriert sich auf die bekannten Schwachstellen die bei jedem Sport limitierend sind. Beim Radfahren sind das: Kräftigung von Rumpf und Dehnung der Hüfte und Beinschlinge. Yoga hilft die Flexibilität und das Gleichgewicht zu steigern. Das fiese daran ist leider die unmögliche Einnahme der Ausgangsposition, geschweige denn einer entspannten wie aushaltbaren Endstellung.

Auf eine Übung aus der Praxis bezogen, dient beispielsweise die „Dog Pose“: Die Füße berühren plan den Boden, die Hände ditto und alles was dazwischen ist stellt sich Dachförmig auf und hält die Spannung bei zugelassener Entspannung. Alle Radler die diese Position schon mal versucht haben aber ihn üblichen Verkürzungen und Verspannungen mitbringen, scheitern am Weg in Richtung der gedachten Zielvorstellung. Geduld und Übung sind gefragt. Dann kann Yoga ein wichtiger Aspekt im Trainingsalltag werden, der wiederum die Leistung am Rad steigert.

Modernste Trittanalyse

Dysbalancen und Ressourcen entdecken um sie gezielt mittels Live Feedback zu spüren, zu sehen und sie deshalb zu ändern. Der Aha Effekt hat noch immer den größten Einfluss auf die Motivation des Einzelnen, bewirkt, solange latente Verbesserungsmöglichkeiten nicht bekannt oder als gegeben angesehen werden, ist die Motivation aufgrund fehlender Rückkopplungsmechanismen ausbleibend. Erkennt man erstmals den Unterschied die Verbesserung die Erleichterung und vor allem das Wie dorthin ,ist der Weg zur erfolgreiche stabilen Änderung geebnet. So primitiv die Pedalierbewegung aussieht, so vielfältig sind die Wege und Wirkungslinien im Verlauf eines ganzen Kreises, einer ganzen Kreislaufbahn. Jedes Bein führt für sich betrachtet wiederholt den Bewegungsweg einer ganzen festen Kreisbahn aus. Diese an sich definierte Muskelaktivität wird durch die hohe Bewegungszahl (Frequenz) unüberschaubar. Die Druckphase des einen Beines deckt sich mir der Zugphase des anderen. Diese 180° Abhängigkeit bei Frequenzen die jenseits einer im Kopf nachvollziehbaren Geschwindigkeit abläuft wird einmal gelernt. Dieses typische Muster ändert sich zum Besseren wenn die Kilometerleistung zunimmt und etabliert sich im Falle auch wenn durch die radlose Winterzeit nicht pedalliert wird. Den genauen Ablauf mit Zug und Druck und Seitbelastung kann nun detailliert auf den Pelz geschaut werden. Egal ob die Beine rasiert sind oder naturbelassen zwischen Socken und Radhose in die Sonne blinzeln. Dieses explizite Beobachten der Trittbewegung führt zur Antwort an mögliche Verbesserungspotentiale, die nachfolgend im Training forciert werden. Diese Exploration stellt das Wissen dar wie und wo eine Stellschraube gedreht werden muss und ermöglich somit Stattfindende Verbesserung. Die logische Konsequenz: bei gleicher Frequenz mehr Kraft auf die Kette bringen dadurch schneller am Ziel oder Energie sparender unterwegs.

Take two of these pills and your Kraft arises

Schön wenn es so einfach wäre. Zwei rote Pillen für die Kraft, drei Blaue für die Ausdauer und eine Braune für die Fettverbrennung und alles zusammen legal. Das Einzige was du oral versuchen kannst ist die braune heiße Flüssigkeit in der Espressotasse zu trinken um wirklich die Fettverbrennung anzukurbeln. Der Rest ist harte Arbeit durch die Talente schneller aber der Hartnäckige auch ans Ziel kommt.

Des Radfahrers Schwachstellen sind der Rumpf und die Arme. Ersteres ist von enormer Wichtigkeit, sozusagen Grundausstattung, Zweiteres ist athletisch aber nicht zwingend Voraussetzung, solange der Lenker in jeder Situation gut gehalten wird. Für die Funktion Bauchmuskulatur (gerade, schräge, seitliche und tiefe) und Rückenmuskeln (tiefe und oberflächliche) braucht es Hebelverhältnisse die den Rumpf aktivieren. Sei es die Schwerkraft so einzusetzen, dass sie auf Rücken und Bauch wirkt oder zusätzliche Mittel verwenden bei der die Erdanziehung plötzlich sichtbar wird. Solch ein einfaches Mittel ist die Slackline, oder Sling Trainer mit der zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Zwei Schlaufen von der Decke herabhängend lassen sich allerhand Übungen und Turnereine ausüben und anstellen die nicht nur anstrengend sind sondern wirklich wirksam. Vom Unterarmstütz, bei dem die Beine jeweils in der Schlaufe hängen, zum Seitstütz bei der nur der Unterschenkel im Seil hängt und der Zweite Kontaktpunkt der Arm oder die Schulter ist, bis zum einbeinigen Kniestand mit Fixierung des Spielbeines in der Schlaufe. Erstere Übung bringt Bauch, Rücken und Schultern in Spannung. Der Seitstütz wird mit maximaler Grätsche der Beine ausgeführt und setzt viel Balance voraus.

Die Kniebeuge mit wackelig fixierten Bein macht dem Standbein gehörig Druck. Allen Übungsausführungen gemeinsam ist die aktive Beckenmobilisation. Beckenschiefstände, funktionelle Beinlängendifferenzen, Kreuzschmerzen, Rumpfschwäche, Stabilisation und Koordination. Vielfältige Wirkmechanismen mittels zweier Schlaufen die unmotiviert in Richtung Boden hängen.

Beinachse, Stabilität

Das Bein sollte im Idealfall wie eine Kolben im Motor geradeaus ausgerichtet und Geführt bewegen. Jegliches Abweichen von der gedachten Linie von vorne ist Luxus der nicht dem Vortrieb dient.

Dieses Achtern des Knies ist oft unbegründet da angelernt und nicht konsequent umgesetzt. Selten wird es anatomisch / muskulär ausgelöst. In den meisten Fällen kann durch bloßes Konzentrieren auf die Bewegung ein Eiern vermieden werden, durch zusätzlichen Support mittels Schuh und Einlage wird eine stabile Beinachse gefördert.

Die Ausübung weiterer Sportarten wie Laufen, Wandern, Langlauf, Klettern tragen der kontrollierten Bewegung bei, denn der Transfer verschiedener Bewegungsstrukturen lassen die Muskulatur breiter ausbilden. Eine diagnostizierte Valgus oder Varus Beinachse kann am Rad pedallierend ganz anders aussehen.

Die Dynamik bedient sich einer adäquat eingesetzten Muskelaktivität mit viel Kompensationsmechanismen und Ausgleichspotential. Im Gegensatz dazu ist die Statik nur die Bauform. Eine Schuheinlage wirkt dabei wie eine versteckte Tuning Maßnahme, der Fuß dankt dies mit Unauffälligkeit.