Früh übt sich

Pünktlich wie jedes Jahr zu Ostern erblicken strahlende Kinderaugen das glänzende Ostergeschenk in Form eines leibhaftigen Fahrrades. Die beste Gelegenheit neben Weihnachten und Geburtstag im Namen des Osterhasen ein Geschenk für die Jüngsten zu erklären. Osterzeit ist Frühlingszeit und so wie das Wetter wieder konstant wärmer wird, lädt es auch zum Radeln ein. Beginnend bei den Jüngsten ist der Schritt vom Laufrad aufs Fahrrad ein kleiner, aber mit großen Auswirkungen aufs Gleichgewicht und die Motorik. Waren beim Laufrad noch beide Füße mit Kontakt am Boden, so gilt der Tritt in die Pedale mit einer Portion mehr an Balance durchzuführen.

Das 1×1 des Radfahrens ohne Stützräder, aber mit Antrieb via Kurbel gelingt am besten durch probieren. Mit einem passenden Helm ausgestattet ist das Rollen und Halten des Gleichgewichts spielerisch schneller erlernt als gedacht. Geht ein Elternteil die Schulung des Fahrradfahrens forsch an, ersparen sich beide den Umweg über die Stützräder. Bei Nutzung dieser hat das Kind ein permanentes backup mit feedback und dadurch wenig Chancen ein paar Meter im Gleichgewicht zu verbringen. Stets stört das lärmende Rollen der Plastikräder und ermöglicht ein passives Drinhängen im 3 Punkte Bodenkontakt.

Das Fahrradfahren selbst mit dem dahinterstehenden physikalischen Trick lässt sich sowieso nur schwer erklären, vielmehr muss es das Kind mittels selber Machen selbst erleben. Ist dies so sind alle fünf Sinne voll bei der Sache und mitten im Flow. Wurde dieser einmal bewusst wahrgenommen, will ihn das Kind wieder und immer wieder erleben und übt deshalb selbständig so lange bis es hinfällt. Dies wiederum darf und soll zugelassen werden, denn diese Erfahrung gehört eben dazu.

Wenn nicht jetzt, wird es später nachgeholt, was dann nicht weniger weh tut. Hat das Kind eine solide Balance beim Fahren, so spürt es erstmals in seinem Leben die sogenannte Freiheit auf Rädern. Diese beginnt bei 20 Zoll und wächst mit der Laufradgröße auf 24“ bis später die Standardgröße erreicht wird. Die individuell notwendige Einstellung und Größenempfehlung geht dabei über die Altersgrenze hinaus, zu groß sind die Längen- und Hebelverhältnisse um eine Einordnung nach Alter zuzulassen. Die Proportionen müssen mit dem Rad zusammenpassen, die verstellbaren Kontaktstellen dürfen nur bis zur Maximum Markierung aus dem Rahmen gezogen werden. Dazwischen ist alles erlaubt was Spaß macht. Die glänzenden Kinderaugen werden es den Eltern danken.

Königsetappe

Die heurige Königsetappe der Österreich Radrundfahrt wird am 07. Juli über 5000 Höhenmeter aufweisen.

Pass Thurn, Felbertauern, Iselsberg, Großglockner sind die zu erklimmenden Hindernisse. Die Strecke geht von Kitzbühel nach St.Johann im Pongau.

Über 200 Kilometer gehend, wird die vorletzte und 5. Etappe ein Ausscheidungsrennen werden. Die letzte und 6. Etappe der 69. Österreich Radrundfahrt führt nach Wels.

Hinterhornalm

Ein schönes Fleckchen Erde, dieses Gnadenwald. Hier ist die Welt (bis auf den Aushub) noch in Ordnung. Wald wohin das Auge reicht, nach Norden durch steiles schroffes Kalkgestein begrenzt, nach Süden läuft das Plateau in saftige Wiesen aus. Nach Osten geht es steil, nach Westen kontinuierlich hoch, respektive hinunter. Ein Zugang von Süden (Fritzens) hat den Charakter eines langen Alpenpasses.

Der Ausblick zur anderen Talseite gibt durch die Anhöhe, für das Inntal ungewohnte weite und tiefe Ausblicke wie Einblicke ins nächste Tal. Mittendrin in Gnadenwald geht unspektakulär unauffällig eine asphaltierte Straße in Richtung Berge. Für nicht ortsgeübte scheint dieser Weg nicht großartig aufzufallen, denn es ist keine Übergang auszumachen, noch macht hier eine Pass Sinn, da hinter den Erhebungen des Alpenpark Karwendel ein naturbelassener Talkessel liegt. Die Lösung schmiegt sich in Form des Hinterhornalm Weges zur selbigen, ca. 800 Höhenmeter später. Das Ziel ist mit Ende der Fahrstrecke für alle Asphalt bezogenen Fahrzeuge.

So schraube ich mich die Serpentinen hoch. Bis zur nächsten ist der Weg einsehbar, alles was dahinter kommt, bleibt verborgen.

Touren rund um Innsbruck

Die letzte Ride With Passion Ausfahrt ging vergangenen Herbst bei frischen Temperaturen über die Bühne.

Trotz feuchtkalter Luft und leichtem Lüftchen trafen sich überraschend viele zu diesem Fixpunkt am Tiroler Radhimmel. Die Strecke war einfach einfach, weil sie alles geboten hat was ein Untergrund hergibt. Beton entlang der Bob- und Rodelbahn Igls, ok diese ist außerhalb solcher Aktionen vielleicht nicht reproduzierbar, aber neben Asphalt war der offroad Weg unterhalb der Europabrücke für alle eine harter Brocken. Trotz oder gerade wegen der Überraschung konnten die meisten diese Stelle mit eleganten Tritten bändigen.

Jedenfalls war er für die meisten neu. Die knappen 60 km mit mehreren hundert Höhenmetern der RWP Tour zeigten wie schön eine mögliche Alternative abseits der Hauptstraßen sein kann und machte Lust auf mehr.

Treffpunkt Hawaii

Die beschriebene lokale Begebenheit der Talkessel und deren Straßen, ein Flachlandtiroler würde sagen „Eingeschränktheit“, ein Bayer „ Schluchtenscheisser“ schränkt das Radfahren in flachem Gelände ein. Es ist quasi nur zwischen den Erhebungen möglich ruhige Einheiten zu schieben

Bikecity Innsbruck

Innsbruck will sich als Bike City etablieren. Schneearme Winter und eine zunehmende Zahl an Radaktiven stellt den hiesigen Tourismus hart auf die Probe. Genügte es bislang ein Schi- und Snowboard Konzept anzubieten, werden die Tourismusverbände nun aktiver. Nicht nur, dass Schilifte unter 1500 Meter über dem Meer kaum noch genügend Schnee abbekommen, es ist das Schifahren ein elitäres Unterfangen geworden, welches man sich erst leisten will. Wenn sich eine Familie entschließt ihren hartverdienten Urlaub in einem Schigebiet zu verbringen, muss ob der Anreise, Unterkunft, Schipass und Verleihmaterial das Drumherum auch passen.

Ob après, oder in der Nacht, dem Schitouristen darf daher an Highlights geboten werden, damit er sich entschließt der Schischaukel X gegenüber der Y den Vortritt zu lassen. Im Gegensatz dazu ist der sanfte Radtourist viel zu müde, für Halli Galli nach einem aktiven Radtag. Viel zu achtsam geht er mit seinen Ressourcen um, und entscheidet sich mehr für die Eiscreme beim Abendspaziergang als für einen Absacker in der nächsten Bar. Was bietet nun die Bikecity Innsbruck im Speziellen. Trails in der Axamer Lizum, Arzler Alm, Götzens, Hungerburg, Mutterer Alm, Nordkette und im entferntesten Sinne die WUB Skate Halle. Schön gut.

Wer die Zeiten kennt in denen sich der lokale Biker mit schimpfenden und wütenden nicht Bikern, aber sehr wohl Einheimischen auseinandersetzen hat müssen, ist der neue Wind wie Balsam auf der Haut. Dass sich deswegen auch der Deutsche Biker ins benachbarte Südtirol abgesetzt hat und Innsbruck und seine heimischen Wutbürger hinter sich gelassen hat, war eine Konsequenz daraus. Statt also auf der Europabrücke nach Mutters zu blicken, soll der angesprochene Tourist auch hier halt machen. Mit oder ohne Mutter, mit oder ohne Kinder. Soweit der Plan der Touristiker.

In der Hoffnung der tatsächlichen Umsetzung eines Mountainbike, Enduro, Marathon, Cross Country, Freeride, Downhill und Trail Angebots das sich gewaschen hat, freut sich auch der Rennrad, Cyclocross und Gravel Biker. Auch den heimischen Triathleten und winterlichen Schitourengehern würde solch eine Spielwiese gefallen. Lassen wir uns freudig auf den ersten Streich der Bikecity Innsbruck ein. Das Crankworx im Juni wird viel Airtime, Anlieger, Jumps und Wurzelwerk bieten. Zumindest mal zum Schauen.

Bergrettung meets Radsportveranstaltung

Kaum zu glauben aber bei der Euro 2008 im Fußball war die Bergrettung vor Ort im Hintergrund aktiv und stets einsatzbereit. Selbiges passiert unzählige Male bei diversen Freiluftveranstaltungen wo Athleten oder Zuschauer in die Gefahr kommen mit einer Verletzung im Gelände oder nicht von der Rettung zugänglichen Stelle zu liegen.

Soll heißen, dass sobald ein Rettungstransportwagen (RTW) nicht mehr direkt an den Verletzten herankommt, also im Wald, Gelände, Schlucht, Abgrund, Exponiertheit, steile Notwege kommt die Bergrettung zum Einsatz. Mit Karabiner, Seil und Trage werden jährlich unzählige Patienten aus ihrer misslichen Lage befreit. Die einzige Alternative ist heutzutage der Hubschrauber, der gegenüber dem terrestrischen Abtransport überlegen ist, bei Schlechtwetter aber eingeschränkt ist.

Auch eine ambulante Bereitschaft vor Ort kann durch einen Hubschrauber außer bei massiven finanziellen Möglichkeiten kaum geleistet werden. Die BergretterInnen werden entlang einer Wettkampfstrecke strategisch günstig verteilt, bei Bedarf wandern sie überschlagen mit den Athleten zu einem neuen Streckenabschnitt mit. So ist jeder Posten im Falle sofort beim Verunglückten zur Stelle.

Beim Crankworx hat die Bergrettung Innsbruck nach YOG, Schi, Bob, Rodel und Skeleton Weltcup ihren nächsten international bedeutsamen Ambulanzdienst im Sommer. Die Wahrscheinlichkeit eines oder oftmaligen Aktiv Werdens ist bei solch einem Kaliber eher als groß einzuschätzen. Hohe Luftstände und waghalsige Geschwindigkeiten kombiniert mit wenig Knautschzone, tun bei Bodenkontakt ordentlich weh, autsch!

Man darf jedenfalls auf eine interessante Veranstaltung freuen und hofft natürlich auf wenig „Busera“, wenn man Fendrichs „Es lebe der Sport“ zitieren darf.

Frühling – Start in die neue Radsaison

Jetzt wo die Temperaturen wieder nach oben gehen, die Tage länger werden und die Restfeuchte an heure kaum vorhandenem Schnee gänzlich schmilzt frohlockt das Rad. Es will wieder aus dem Keller geholt und eingesetzt werden. Sind die Wiesen wieder grün, kann die Freudˋ am Rad wider erblühen!

Neben der technischen Saisonvorbereitung, wie Reifen aufpumpen, Ketten ölen und Fahrtüchtigkeit checken gilt die Vorbereitung der passenden Bekleidung. Die strahlende, wie wärmende Sonne verleitet zu allzu frischem Outfit, soll heißen Knie und Ellenbogen sind nackt. Dabei vertragen sie nach der langen Winterzeit noch etwas Stoffbedeckung. Der Fahrtwind ist tückisch und die Wärme relativ. Es empfiehlt sich also je ein Paar Ärmlinge und Knie- oder Beinlinge anzuziehen. Diese können im Bedarfsfall nach unten gezogen trotzdem für Kühlung sorgen. Eine Windjacke dient als Backup und erweist bei Gegenwind mehr Freude, als wenn die Unterstützung fein von hinten kommt. Ein altes Paar Socken über die Radschuhe gezogen, gibt zumindest das moralische Gefühl eine Wärmeisolierung über den kälteempfindlichen Zehen zu haben. Den Socken auf der Unterseite aufschneiden, das Pedalcleat freilegen und fertig ist der individuelle Überschuh. Die Hände vertragen ebenso Wärmedämmung, die mittels Langlauf- oder Langer Radhandschuhen erreicht wird. Schließlich soll der Lenker noch gut greifbar und die Bremsen bedienbar bleiben. Der Kopf darf sich unterm Helm auch aus dem Wind verstecken und bekommt noch eine dünne Kappe spendiert.

In allen Fällen geht es um mehr Windschutz, als Wärmeisolierung, denn durch die Aktivität produziert der Körper genug Wärme. Diese wird bei zu viel Isolierung in Schweiß resultieren, was an den direkt im Wind stehenden Flächen vermieden werden sollte. Dafür ist es eben noch zu frisch. Die Schweißproduktion nicht anregen und dem Wind die Segel streichen, lautet die vernünftige zufriedenstellende Formel.

Schmerzbeseitigung, Verletzungsprophylaxe

Wenn es umˋs Radfahren geht ist jedes Mittel recht um eine schmerzbefreite bedachte, ressourcenorientierte, angenehme und vorteilhafte Position analysiert umgesetzt und erfolgreich angewendet wurde. Für den Erfolg ausschlaggebend ist neben den verwendeten Werkzeugen und Konzepten hauptsächlich die Erfahrung der Person die diese Werkzeuge anwendet. Das Endergebnis ist zum Großteil von der Empathie, Vorstellungskraft, eigenen Erfahrung, Strategien zur Schmerzbewältigung, möglicher Umsetzung und Kompensation durch den Bike Fitter abhängig.

Jeder Kunde ist anders. Für den Physiotherapeuten ist ein Radvermessungskunde gleichzeitig ein Klient und Patient in derselben Person. Denn beim reinen Einstellen bleibt es meist nie. Die dahinterliegende Ursache für Schmerz, die mögliche Kompensation oder Beseitigung, den maximalen Komfort vor Augen und die völlige Zufriedenheit im Zusammenspiel zwischen Fahrer und seinem Rad sind Ziele die in jeder Bike Fitting Einheit zu erreichen sind. Sollte sich diese Momentaufnahme aus unerklärlichen Gründen in der Praxis anders zeigen wird der Sache erneut auf den Grund gegangen.

Vollbart oder Glatze

Das elegante sportliche Erscheinungsbild des Radfahrers in Radklamotten hängt vom eben verwendeten material und auch von der nackten Haut ab, die sich zwischen Hosenabschluss und Socken zeigt. Die Farbe zeugt von vielen Kilometern im trockenen. Braun gebrannt mit sonnigem Teint macht solch einen Hauttyp zur passenden Farbnote.

Im April die Sonnenbräune zeigen zeugt von einem Trainingslager im Süden von dem Zuhausegebliebenen nur neidisch träumen. Waden die sich kaum von weißen Socken unterscheiden lassen bedürfen noch einiges an Kilometern bei schönem Wetter und lassen den Konkurrenten wissen, dass er den Zielsprint gewinnen wird. Wo das Trainingslager im Warmen noch einen monetären oder temporären Unterschied ausmachen, ist beiden Radsportlern eines gleich: die Beinrasur. Je nach Haarfarbe wird ein Vollbart mehr oder weniger optisch auffallen als eine Glatze. Da Erscheinungsbild ist eine wesentliche Komponente der Beinrasur. Hier muss zwingend festgestellt, dass solch eine Beinrasur eher bei Männern für schräge Blicke sorgt, als bei Frauen die sich traditionell auch ohne Radbib die Härchen rasieren.

Die Gründe für die Beinrasur beider Geschlechter liegen in der Natur der Sache. Die Radsportoptik, das Erscheinungsbild. Haare Ziepen bei der Massage für den Profi. Hautinfektionen nach einem Sturz infolge einer Entzündung die durch die Haare begünstigt werden. einfachere Handhabung mit athletischem Touch. Erotisches Extra auch abseits vom Radfahren. Nachteil: wenn einmal die Entscheidung getroffen wurde der Beinhaarpracht ade zusagen, sollte dies auch durchgezogen werden. In regelmäßigen wiederholten Abständen. Wer es nicht tut spürt es spätestens beim Tragen einer Jeans. Wenn es unangenehm zieht und kitzelt.