Hohe Beteiligung an der Rad-WM in Tirol

Hohe Erwartungen werden an die Rad-WM in Tirol gehegt.
300.000 Gäste plus 200 Millionen Fernsehzuseher sind die kolportierten Zahlen die vom 23. bis 30. September 2018 eintreffen sollten.
Somit wird diese Rad WM die größte Sommerveranstaltung im Raum Innsbruck.
Villach und Salzburg haben es vorgemacht, jetzt gilt es für Tirol einen draufzusetzen. In Sachen Olympische Spiele hat sich Innsbruck inklusive Youth & Childrens Games vier mal einen Namen gemacht, die Erwartungen der heimischen Bevölkerung liegen also demenstprechend hoch.
Die erfreulich hohe Beteiligung an freiwilligen Mitarbeitern soll Motivation genug sein aus der Woche in der sich Innsbruck im Rad dreht etwas Bleibendes zu hinterlassen. Über 2000 sollen es schon sein, die sich zwischen mindestens 40 Kilometer Absperrgittern und 10 Bannerkilometern  tummeln werden.
Der emotionale Höhepunkt wird höchstwahrscheinlich die Passage durch die Höttinger Höll sein.
Die 4670 Höhenmeter auf 265 Kilometer verteilt werden dort ihr Maximum von 25 % erreichen.

Touren rund um Innsbruck

Die letzte Ride With Passion Ausfahrt ging vergangenen Herbst bei frischen Temperaturen über die Bühne.

Trotz feuchtkalter Luft und leichtem Lüftchen trafen sich überraschend viele zu diesem Fixpunkt am Tiroler Radhimmel. Die Strecke war einfach einfach, weil sie alles geboten hat was ein Untergrund hergibt. Beton entlang der Bob- und Rodelbahn Igls, ok diese ist außerhalb solcher Aktionen vielleicht nicht reproduzierbar, aber neben Asphalt war der offroad Weg unterhalb der Europabrücke für alle eine harter Brocken. Trotz oder gerade wegen der Überraschung konnten die meisten diese Stelle mit eleganten Tritten bändigen.

Jedenfalls war er für die meisten neu. Die knappen 60 km mit mehreren hundert Höhenmetern der RWP Tour zeigten wie schön eine mögliche Alternative abseits der Hauptstraßen sein kann und machte Lust auf mehr.

Treffpunkt Hawaii

Die beschriebene lokale Begebenheit der Talkessel und deren Straßen, ein Flachlandtiroler würde sagen „Eingeschränktheit“, ein Bayer „ Schluchtenscheisser“ schränkt das Radfahren in flachem Gelände ein. Es ist quasi nur zwischen den Erhebungen möglich ruhige Einheiten zu schieben

Bikecity Innsbruck

Innsbruck will sich als Bike City etablieren. Schneearme Winter und eine zunehmende Zahl an Radaktiven stellt den hiesigen Tourismus hart auf die Probe. Genügte es bislang ein Schi- und Snowboard Konzept anzubieten, werden die Tourismusverbände nun aktiver. Nicht nur, dass Schilifte unter 1500 Meter über dem Meer kaum noch genügend Schnee abbekommen, es ist das Schifahren ein elitäres Unterfangen geworden, welches man sich erst leisten will. Wenn sich eine Familie entschließt ihren hartverdienten Urlaub in einem Schigebiet zu verbringen, muss ob der Anreise, Unterkunft, Schipass und Verleihmaterial das Drumherum auch passen.

Ob après, oder in der Nacht, dem Schitouristen darf daher an Highlights geboten werden, damit er sich entschließt der Schischaukel X gegenüber der Y den Vortritt zu lassen. Im Gegensatz dazu ist der sanfte Radtourist viel zu müde, für Halli Galli nach einem aktiven Radtag. Viel zu achtsam geht er mit seinen Ressourcen um, und entscheidet sich mehr für die Eiscreme beim Abendspaziergang als für einen Absacker in der nächsten Bar. Was bietet nun die Bikecity Innsbruck im Speziellen. Trails in der Axamer Lizum, Arzler Alm, Götzens, Hungerburg, Mutterer Alm, Nordkette und im entferntesten Sinne die WUB Skate Halle. Schön gut.

Wer die Zeiten kennt in denen sich der lokale Biker mit schimpfenden und wütenden nicht Bikern, aber sehr wohl Einheimischen auseinandersetzen hat müssen, ist der neue Wind wie Balsam auf der Haut. Dass sich deswegen auch der Deutsche Biker ins benachbarte Südtirol abgesetzt hat und Innsbruck und seine heimischen Wutbürger hinter sich gelassen hat, war eine Konsequenz daraus. Statt also auf der Europabrücke nach Mutters zu blicken, soll der angesprochene Tourist auch hier halt machen. Mit oder ohne Mutter, mit oder ohne Kinder. Soweit der Plan der Touristiker.

In der Hoffnung der tatsächlichen Umsetzung eines Mountainbike, Enduro, Marathon, Cross Country, Freeride, Downhill und Trail Angebots das sich gewaschen hat, freut sich auch der Rennrad, Cyclocross und Gravel Biker. Auch den heimischen Triathleten und winterlichen Schitourengehern würde solch eine Spielwiese gefallen. Lassen wir uns freudig auf den ersten Streich der Bikecity Innsbruck ein. Das Crankworx im Juni wird viel Airtime, Anlieger, Jumps und Wurzelwerk bieten. Zumindest mal zum Schauen.

Bergrettung meets Radsportveranstaltung

Kaum zu glauben aber bei der Euro 2008 im Fußball war die Bergrettung vor Ort im Hintergrund aktiv und stets einsatzbereit. Selbiges passiert unzählige Male bei diversen Freiluftveranstaltungen wo Athleten oder Zuschauer in die Gefahr kommen mit einer Verletzung im Gelände oder nicht von der Rettung zugänglichen Stelle zu liegen.

Soll heißen, dass sobald ein Rettungstransportwagen (RTW) nicht mehr direkt an den Verletzten herankommt, also im Wald, Gelände, Schlucht, Abgrund, Exponiertheit, steile Notwege kommt die Bergrettung zum Einsatz. Mit Karabiner, Seil und Trage werden jährlich unzählige Patienten aus ihrer misslichen Lage befreit. Die einzige Alternative ist heutzutage der Hubschrauber, der gegenüber dem terrestrischen Abtransport überlegen ist, bei Schlechtwetter aber eingeschränkt ist.

Auch eine ambulante Bereitschaft vor Ort kann durch einen Hubschrauber außer bei massiven finanziellen Möglichkeiten kaum geleistet werden. Die BergretterInnen werden entlang einer Wettkampfstrecke strategisch günstig verteilt, bei Bedarf wandern sie überschlagen mit den Athleten zu einem neuen Streckenabschnitt mit. So ist jeder Posten im Falle sofort beim Verunglückten zur Stelle.

Beim Crankworx hat die Bergrettung Innsbruck nach YOG, Schi, Bob, Rodel und Skeleton Weltcup ihren nächsten international bedeutsamen Ambulanzdienst im Sommer. Die Wahrscheinlichkeit eines oder oftmaligen Aktiv Werdens ist bei solch einem Kaliber eher als groß einzuschätzen. Hohe Luftstände und waghalsige Geschwindigkeiten kombiniert mit wenig Knautschzone, tun bei Bodenkontakt ordentlich weh, autsch!

Man darf jedenfalls auf eine interessante Veranstaltung freuen und hofft natürlich auf wenig „Busera“, wenn man Fendrichs „Es lebe der Sport“ zitieren darf.

Schmerzbeseitigung, Verletzungsprophylaxe

Wenn es umˋs Radfahren geht ist jedes Mittel recht um eine schmerzbefreite bedachte, ressourcenorientierte, angenehme und vorteilhafte Position analysiert umgesetzt und erfolgreich angewendet wurde. Für den Erfolg ausschlaggebend ist neben den verwendeten Werkzeugen und Konzepten hauptsächlich die Erfahrung der Person die diese Werkzeuge anwendet. Das Endergebnis ist zum Großteil von der Empathie, Vorstellungskraft, eigenen Erfahrung, Strategien zur Schmerzbewältigung, möglicher Umsetzung und Kompensation durch den Bike Fitter abhängig.

Jeder Kunde ist anders. Für den Physiotherapeuten ist ein Radvermessungskunde gleichzeitig ein Klient und Patient in derselben Person. Denn beim reinen Einstellen bleibt es meist nie. Die dahinterliegende Ursache für Schmerz, die mögliche Kompensation oder Beseitigung, den maximalen Komfort vor Augen und die völlige Zufriedenheit im Zusammenspiel zwischen Fahrer und seinem Rad sind Ziele die in jeder Bike Fitting Einheit zu erreichen sind. Sollte sich diese Momentaufnahme aus unerklärlichen Gründen in der Praxis anders zeigen wird der Sache erneut auf den Grund gegangen.

Vollbart oder Glatze

Das elegante sportliche Erscheinungsbild des Radfahrers in Radklamotten hängt vom eben verwendeten material und auch von der nackten Haut ab, die sich zwischen Hosenabschluss und Socken zeigt. Die Farbe zeugt von vielen Kilometern im trockenen. Braun gebrannt mit sonnigem Teint macht solch einen Hauttyp zur passenden Farbnote.

Im April die Sonnenbräune zeigen zeugt von einem Trainingslager im Süden von dem Zuhausegebliebenen nur neidisch träumen. Waden die sich kaum von weißen Socken unterscheiden lassen bedürfen noch einiges an Kilometern bei schönem Wetter und lassen den Konkurrenten wissen, dass er den Zielsprint gewinnen wird. Wo das Trainingslager im Warmen noch einen monetären oder temporären Unterschied ausmachen, ist beiden Radsportlern eines gleich: die Beinrasur. Je nach Haarfarbe wird ein Vollbart mehr oder weniger optisch auffallen als eine Glatze. Da Erscheinungsbild ist eine wesentliche Komponente der Beinrasur. Hier muss zwingend festgestellt, dass solch eine Beinrasur eher bei Männern für schräge Blicke sorgt, als bei Frauen die sich traditionell auch ohne Radbib die Härchen rasieren.

Die Gründe für die Beinrasur beider Geschlechter liegen in der Natur der Sache. Die Radsportoptik, das Erscheinungsbild. Haare Ziepen bei der Massage für den Profi. Hautinfektionen nach einem Sturz infolge einer Entzündung die durch die Haare begünstigt werden. einfachere Handhabung mit athletischem Touch. Erotisches Extra auch abseits vom Radfahren. Nachteil: wenn einmal die Entscheidung getroffen wurde der Beinhaarpracht ade zusagen, sollte dies auch durchgezogen werden. In regelmäßigen wiederholten Abständen. Wer es nicht tut spürt es spätestens beim Tragen einer Jeans. Wenn es unangenehm zieht und kitzelt.

Modernste Trittanalyse

Dysbalancen und Ressourcen entdecken um sie gezielt mittels Live Feedback zu spüren, zu sehen und sie deshalb zu ändern. Der Aha Effekt hat noch immer den größten Einfluss auf die Motivation des Einzelnen, bewirkt, solange latente Verbesserungsmöglichkeiten nicht bekannt oder als gegeben angesehen werden, ist die Motivation aufgrund fehlender Rückkopplungsmechanismen ausbleibend. Erkennt man erstmals den Unterschied die Verbesserung die Erleichterung und vor allem das Wie dorthin ,ist der Weg zur erfolgreiche stabilen Änderung geebnet. So primitiv die Pedalierbewegung aussieht, so vielfältig sind die Wege und Wirkungslinien im Verlauf eines ganzen Kreises, einer ganzen Kreislaufbahn. Jedes Bein führt für sich betrachtet wiederholt den Bewegungsweg einer ganzen festen Kreisbahn aus. Diese an sich definierte Muskelaktivität wird durch die hohe Bewegungszahl (Frequenz) unüberschaubar. Die Druckphase des einen Beines deckt sich mir der Zugphase des anderen. Diese 180° Abhängigkeit bei Frequenzen die jenseits einer im Kopf nachvollziehbaren Geschwindigkeit abläuft wird einmal gelernt. Dieses typische Muster ändert sich zum Besseren wenn die Kilometerleistung zunimmt und etabliert sich im Falle auch wenn durch die radlose Winterzeit nicht pedalliert wird. Den genauen Ablauf mit Zug und Druck und Seitbelastung kann nun detailliert auf den Pelz geschaut werden. Egal ob die Beine rasiert sind oder naturbelassen zwischen Socken und Radhose in die Sonne blinzeln. Dieses explizite Beobachten der Trittbewegung führt zur Antwort an mögliche Verbesserungspotentiale, die nachfolgend im Training forciert werden. Diese Exploration stellt das Wissen dar wie und wo eine Stellschraube gedreht werden muss und ermöglich somit Stattfindende Verbesserung. Die logische Konsequenz: bei gleicher Frequenz mehr Kraft auf die Kette bringen dadurch schneller am Ziel oder Energie sparender unterwegs.

Take two of these pills and your Kraft arises

Schön wenn es so einfach wäre. Zwei rote Pillen für die Kraft, drei Blaue für die Ausdauer und eine Braune für die Fettverbrennung und alles zusammen legal. Das Einzige was du oral versuchen kannst ist die braune heiße Flüssigkeit in der Espressotasse zu trinken um wirklich die Fettverbrennung anzukurbeln. Der Rest ist harte Arbeit durch die Talente schneller aber der Hartnäckige auch ans Ziel kommt.

Des Radfahrers Schwachstellen sind der Rumpf und die Arme. Ersteres ist von enormer Wichtigkeit, sozusagen Grundausstattung, Zweiteres ist athletisch aber nicht zwingend Voraussetzung, solange der Lenker in jeder Situation gut gehalten wird. Für die Funktion Bauchmuskulatur (gerade, schräge, seitliche und tiefe) und Rückenmuskeln (tiefe und oberflächliche) braucht es Hebelverhältnisse die den Rumpf aktivieren. Sei es die Schwerkraft so einzusetzen, dass sie auf Rücken und Bauch wirkt oder zusätzliche Mittel verwenden bei der die Erdanziehung plötzlich sichtbar wird. Solch ein einfaches Mittel ist die Slackline, oder Sling Trainer mit der zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Zwei Schlaufen von der Decke herabhängend lassen sich allerhand Übungen und Turnereine ausüben und anstellen die nicht nur anstrengend sind sondern wirklich wirksam. Vom Unterarmstütz, bei dem die Beine jeweils in der Schlaufe hängen, zum Seitstütz bei der nur der Unterschenkel im Seil hängt und der Zweite Kontaktpunkt der Arm oder die Schulter ist, bis zum einbeinigen Kniestand mit Fixierung des Spielbeines in der Schlaufe. Erstere Übung bringt Bauch, Rücken und Schultern in Spannung. Der Seitstütz wird mit maximaler Grätsche der Beine ausgeführt und setzt viel Balance voraus.

Die Kniebeuge mit wackelig fixierten Bein macht dem Standbein gehörig Druck. Allen Übungsausführungen gemeinsam ist die aktive Beckenmobilisation. Beckenschiefstände, funktionelle Beinlängendifferenzen, Kreuzschmerzen, Rumpfschwäche, Stabilisation und Koordination. Vielfältige Wirkmechanismen mittels zweier Schlaufen die unmotiviert in Richtung Boden hängen.

Arzler Alm Trail

Höhenmäßig unterhalb des schon berüchtigten Nordketten Trails ist quasi kürzlich eine lang ersehnte neue Linie eröffnet worden. Der direkte Abstieg von der Arzler Alm, was ob der Höhenmeter relativ erscheint, nichts destotrotz der beliebteste Ausblick von Innsbruck nach Mühlau ist, ist nun legal möglich.

In manch nächtlicher Stunde hat sich so mancher bislang am Rad auf dezidierten Wanderwegen zu Tal geschossen. Diese werden aber zu Tageszeiten verständlicherweise und völlig zurecht von den touristischen Wanderern und heimischen Familien in Anspruch genommen. Am Trail herrscht nun freie Bahn für alles auf 2 nicht motorisierten aber motivierten Rädern. Er ist unter Anführungszeichen so leicht, dass er mit einem Crossrad, sprich ohne Dämpfer fahrbar ist.

Skills und Radbeherrschung werden dann aber vorausgesetzt und ob es beim Runtergebremse ohne adäquate Federwege Spaß macht, ist selbst zu beurteilen. Mit ordentlich Federweg hat dieser Abschnitt das Zeug zum Innsbrucker Nadelöhr zu werden. Die breiten Alternativen rundherum werden dann zunehmend seltener gefahren. Die natürliche Konkurrenz (der nach oben Wandernde) und die Natur (Erosion, Steinschlag) können getrost vergessen werden, es gilt volle Konzentration auf das was folgt.

Flow und ruppiger brainwash zwischen Arzler Alm und Mühlau/ Alpenzoo, unglaublich aber endlich wahr.