Schmerzbeseitigung, Verletzungsprophylaxe

Wenn es umˋs Radfahren geht ist jedes Mittel recht um eine schmerzbefreite bedachte, ressourcenorientierte, angenehme und vorteilhafte Position analysiert umgesetzt und erfolgreich angewendet wurde. Für den Erfolg ausschlaggebend ist neben den verwendeten Werkzeugen und Konzepten hauptsächlich die Erfahrung der Person die diese Werkzeuge anwendet. Das Endergebnis ist zum Großteil von der Empathie, Vorstellungskraft, eigenen Erfahrung, Strategien zur Schmerzbewältigung, möglicher Umsetzung und Kompensation durch den Bike Fitter abhängig.

Jeder Kunde ist anders. Für den Physiotherapeuten ist ein Radvermessungskunde gleichzeitig ein Klient und Patient in derselben Person. Denn beim reinen Einstellen bleibt es meist nie. Die dahinterliegende Ursache für Schmerz, die mögliche Kompensation oder Beseitigung, den maximalen Komfort vor Augen und die völlige Zufriedenheit im Zusammenspiel zwischen Fahrer und seinem Rad sind Ziele die in jeder Bike Fitting Einheit zu erreichen sind. Sollte sich diese Momentaufnahme aus unerklärlichen Gründen in der Praxis anders zeigen wird der Sache erneut auf den Grund gegangen.

Tour Magazin Titelthema

In Heft Nummer 3. 2017 wird wieder einmal das Thema Bike Fitting beleuchtet. Vier Anbieter aus dem Süddeutschen Raum wurden von einer Person aus dem erweiterten Tour Magazin mit einem Fotografen besucht.

Die jeweilige Ausgangslage war stets dieselbe, das Ergebnis vier Mal anders. Jeder Anbieter verfolgt sein Konzept, mit dem Ziel das Beste für den Kunden und sein Fahrrad herauszuholen. Der einzige Unterschied ist die Herangehensweise und die maschinelle computerisierte Unterstützung des Fitters. Retül von Specialized, bike fitting von Shimano, Druckmessungen im Radlabor und eine andere Methode zeugten von einer großen Bandbreite. Das nüchterne Gesamtergebnis bescheinigt dem verwendeten System nur eine zweitrangige Bedeutung, denn der entscheidende Faktor ist die Person welche den Kunden screent.

Diese persönlichen Nuancen spiegeln sich in den Ergebnissen wider, welche man sich wie das schwarze einer Zielscheibe vorstellen kann. Der Dartpfeil für das Punktemaximum muss nicht zwingend immer ins selbe punktförmige Ziel, sondern er kann sich im Schwarzen seinen Platz aussuchen. Nur so lässt sich ein verständliches Modell erklären, warum die Unterschiede bestehen. Der Kunde wird trotzdem gut positioniert. Das geschulte Auge und die Erfahrung des Fitters sind jedenfalls eindeutig wichtig.